StartHaltern am SeeSchichtwechsel zeigt: Inklusion hilft Unternehmen, Fachkräfte zu halten

Schichtwechsel zeigt: Inklusion hilft Unternehmen, Fachkräfte zu halten

Warum Betriebe von Inklusion und passenden Arbeitsplätzen profitieren

Inklusionsberater im Gespräch mit Beschäftigten über barrierefreie Arbeitsplätze und Fachkräftesicherung
Berät Unternehmen rund um das Thema Inklusion: Uwe Gabler von der IHK Nord Westfalen. Foto: Grundmann/IHK

Viele Unternehmen suchen händeringend nach qualifizierten Mitarbeitern. Gleichzeitig müssen sie erleben, dass langjährige Beschäftigte aus gesundheitlichen Gründen ihre bisherige Arbeit nicht mehr ausüben können. Doch genau hier setzt Inklusion Fachkräfte an: Mit der richtigen Unterstützung lassen sich erfahrene Mitarbeiter häufig im Betrieb halten. Darauf macht die IHK Nord Westfalen anlässlich des bundesweiten Aktionstags „Schichtwechsel“ am 24. September aufmerksam.

Nach Angaben der IHK entstehen rund 90 Prozent aller anerkannten Schwerbehinderungen erst im Laufe des Berufslebens und sind die Folge einer Erkrankung. Für Betriebe bedeutet das: Inklusion ist längst kein Randthema mehr, sondern ein wichtiger Baustein der Fachkräftesicherung.

Unterstützung statt Arbeitsplatzverlust

„Meist entsteht die Behinderung erst im Laufe eines Arbeitslebens“, erklärt Uwe Gabler, Inklusionsberater der IHK Nord Westfalen. Sein Ziel ist es, Unternehmen dabei zu unterstützen, Beschäftigte trotz gesundheitlicher Einschränkungen weiter einzusetzen.

Dabei geht es nicht nur um technische Hilfsmittel. Gabler berät Betriebe auch zu Förderprogrammen, finanziellen Zuschüssen und Möglichkeiten, Arbeitsplätze individuell anzupassen. Häufig reichen schon vergleichsweise einfache Maßnahmen aus, damit ein Mitarbeiter seine Tätigkeit weiterhin ausüben kann.

„Es findet sich fast immer eine Lösung“, betont der Inklusionsberater.

Hebehilfen statt Frühverrentung

Wie erfolgreich solche Lösungen sein können, zeigt ein Beispiel aus Münster. Ein langjähriger Mitarbeiter eines Logistikunternehmens durfte wegen chronischer Rückenprobleme keine schweren Lasten mehr bewegen. Auf seine Erfahrung wollte der Betrieb dennoch nicht verzichten.

Über die Beratung der IHK wurde der Kontakt zum Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) hergestellt. Gemeinsam entwickelte man eine technische Lösung: Spezielle Hebehilfen erleichtern heute die Arbeit des Mitarbeiters erheblich. Die Anschaffung wurde zudem durch Fördermittel unterstützt.

Das Ergebnis: Der Beschäftigte konnte im Unternehmen bleiben und seine Erfahrung weiterhin einbringen. Gleichzeitig blieb dem Betrieb eine eingearbeitete Fachkraft erhalten.

Förderungen für Unternehmen

Viele Arbeitgeber wenden sich zunächst nicht wegen des Themas Inklusion an die IHK, sondern weil sie gute Mitarbeiter nicht verlieren möchten. Genau hier setzt die Beratung an.

Neben technischen Hilfsmitteln gibt es beispielsweise Arbeitsassistenzen, Coachings oder finanzielle Förderungen. Dazu gehört unter anderem der Beschäftigungssicherungszuschuss, mit dem Arbeitgeber einen Teil ihrer Personalkosten erstattet bekommen können.

Uwe Gabler begleitet Unternehmen dabei kostenlos, informiert über passende Förderprogramme und unterstützt bei Anträgen. Als Ansprechpartner der Einheitlichen Ansprechstellen für Arbeitgeber (EAA) vermittelt er außerdem Kontakte zu weiteren Fachstellen seines Netzwerks.

Aktionstag „Schichtwechsel“ schafft Perspektiven

Der bundesweite Aktionstag „Schichtwechsel“ verfolgt einen besonderen Ansatz. Beschäftigte aus Werkstätten für behinderte Menschen tauschen für einen Tag ihren Arbeitsplatz mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus Unternehmen des allgemeinen Arbeitsmarktes.

Der Perspektivwechsel soll Berührungsängste abbauen und zeigen, welches Potenzial Menschen mit Behinderung mitbringen. Viele Betriebe erleben dabei aus erster Hand, wie leistungsfähig Beschäftigte sein können, wenn die Arbeitsbedingungen stimmen.

Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels gewinnt dieses Thema zunehmend an Bedeutung. Inklusion eröffnet Unternehmen nicht nur neue Chancen bei der Personalgewinnung, sondern hilft auch dabei, erfahrene Mitarbeiter langfristig im Betrieb zu halten. Der Aktionstag macht deutlich: Oft braucht es keine aufwendigen Lösungen, sondern den Blick auf die Möglichkeiten statt auf die Einschränkungen.


haltern.live

Noch mehr starke Themen sind zudem …

„Für die Liebe ist man nie zu alt“, „Der Kinderkarnevalsumzug ist zurück“ sowie „Rosenmontag gehört den kleinen Jecken“, „Unternehmer des Jahres 2025 geehrt“, „Klimabäume für Haltern am See“, „Super für die Jugend – der neue Skatepark – hier Video anschauen“. Außerdem „Drohnen helfen in Haltern bei der Rettung“ und dazu: „Wo stehen die Blitzer in Haltern und was bringt die Raserei“. Außerdem lest auch „Vernetzt für beste Infos aus Haltern – folgt uns auf Facebook und Instagram“. Sowie „Wie beliebt ist Halterns Wohnmobil- Stellplatz“. Und somit auch „Kann Coaching bei Kindern positive Lösungen fördern?“.

Außerdem lesenswert sind „Fast Food in Haltern – Spagat zwischen Bequem und Kritik„. Zudem „Wo die Natur einfach wunderschön ist – Westruper Heide„. Sowie der Klassiker, der auch zu Geburtstag, Jahrestag und anderen Anlässen passt „Tops und Flops beim Schenken“.

haltern.live auf Facebook sowie auf Instagram

haltern.live auf Facebook sowie auf Instagram

Olaf Hellenkamp
Olaf Hellenkamp
Olaf Hellenkamp, Lokaljournalist mit tiefer Verwurzelung im Münsterland. Viele Jahre war er das Gesicht des Stadtspiegels in Haltern und in Dorsten, jetzt ist er der verantwortliche Redakteur bei haltern.live – dem jungen Auftritt im Netz. Olaf Hellenkamp hat Haltern am See im Blick.

Sie haben auch etwas Interessantes aus Haltern zu berichten? Klicken Sie hier!

Weitere Artikel

Klick mich

- Anzeige -